Kurzexpertise zu KI-Einsatzfeldern für Kleinstädte

Wittenberge

Informationen zum Projekt

Künstliche Intelligenz ist für Kleinstädte kein abstraktes Zukunftsthema, sondern ein zunehmend relevanter Baustein kommunaler Handlungsfähigkeit. Gerade kleinere Städte stehen vor der Herausforderung, wachsende Aufgaben in Daseinsvorsorge, Infrastruktur, Klimaanpassung, Verwaltung und Stadtentwicklung mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund zeigt die Kurzexpertise „Zukunft denken mit KI – Einsatzfelder für Kleinstädte“, wie KI als pragmatischer Werkzeugkasten genutzt werden kann, ohne die Großprojekte von Metropolen zu kopieren.

Im Auftrag der Kleinstadt Akademie wurde herausgearbeitet, welche Einsatzfelder für Kleinstädte besonders geeignet sind und welche Voraussetzungen für einen realistischen Einstieg bestehen. Im Mittelpunkt steht dabei ein niedrigschwelliger, nutzenorientierter Ansatz: Statt komplexer Eigenentwicklungen empfiehlt die Kurzexpertise den Einstieg über sogenannte „Low-Hanging Fruits“ – Anwendungen mit überschaubaren technischen, organisatorischen und finanziellen Anforderungen.

Dazu zählen beispielsweise KI-gestützte Straßenzustandserfassungen oder Solarpotenzialanalysen. Solche Lösungen können vielfach auf vorhandene Daten aufbauen, sind häufig als Software-as-a-Service verfügbar und erzeugen schnell sichtbare Mehrwerte. Damit eignen sie sich besonders, um Akzeptanz in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft zu schaffen und erste Erfahrungen mit KI-basierten Anwendungen im kommunalen Alltag zu sammeln.

Auch für komplexere Themen wie Digitale Zwillinge formuliert die Kurzexpertise einen kleinstadtgerechten Zugang. Statt eines umfassenden, monolithischen Gesamtmodells empfiehlt sie modulare, themenspezifische Arbeitsmodelle – etwa für Klimaanpassung, Flächenentwicklung oder Infrastrukturmanagement. Diese können auf vorhandenen Geodaten aufbauen und schrittweise erweitert werden. Damit wird der Digitale Zwilling nicht als überforderndes Großprojekt verstanden, sondern als skalierbares Instrument für konkrete kommunale Aufgaben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Kooperation. Da viele Kleinstädte nicht über eigene Fachabteilungen, Dateninfrastrukturen oder Entwicklungskapazitäten verfügen, wird interkommunale Zusammenarbeit als strategischer Erfolgsfaktor eingeordnet. Landkreise, kommunale IT-Dienstleister, regionale Verbünde und gemeinsame Beschaffungsstrukturen können helfen, Kompetenzen zu bündeln, Kosten zu senken und Datensouveränität zu sichern.

Die Kurzexpertise benennt zugleich zentrale Leitplanken für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz. Dazu gehören die menschliche Letztentscheidung bei kritischen Prozessen, eine strategische Beschaffung zur Sicherung kommunaler Datenhoheit sowie die Verankerung des Themas auf Leitungsebene. KI wird damit nicht als isoliertes IT-Projekt verstanden, sondern als strategische Querschnittsaufgabe für zukunftsfähige Kleinstadtentwicklung.

Die Veröffentlichung bietet kommunalen Entscheiderinnen und Entscheidern eine praxisnahe Orientierung und enthält eine Handlungsempfehlungs-Checkliste für den Einstieg. Sie unterstützt Kleinstädte dabei, KI-Anwendungen realistisch zu bewerten, Prioritäten zu setzen und erste umsetzbare Schritte abzuleiten.

Weitere Informationen
Cover Kurzexpertise KI

Einordnung des Projektes

Thema:
Digitale Stadt
Schlagwörter:
Digitalisierung
Räumlicher Bezug:
Gemeinde, Stadt
Projektstart:
2026

Ansprechperson Martin Hellriegel

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