Informationen zum Projekt
Die Stadt Bremerhaven im Land Bremen mit rund 119.500 Einwohner*innen steht vor der Aufgabe, ihre Innenstadt als Versorgungs-, Erlebnis- und Begegnungsraum unter schwierigen Rahmenbedingungen zu stabilisieren und neu zu profilieren. Die Innenstadt ist dabei räumlich nicht nur auf die klassische Fußgängerzone begrenzt, sondern wird von den Befragten auch mit dem Columbus Shopping Center, dem Theodor-Heuss-Platz, dem Mein Outlet sowie den Hafen- und Weserbereichen verbunden. Gerade diese räumliche Vielfalt eröffnet Chancen, erfordert aber auch eine stärkere Verknüpfung der einzelnen Lagen.
Mit der Citystudie Bremerhaven 2025 wurde eine empirische Grundlage geschaffen, um die Wahrnehmung, Nutzung und künftige Entwicklung der Innenstadt differenziert zu bewerten. Die Untersuchung zeigt deutlich: Der Einzelhandel bleibt mit 53 % der wichtigste Besuchsgrund, knapp gefolgt von Gastronomie und Cafés mit 49 %. Auch Kulturangebote, Dienstleistungen sowie Veranstaltungen und Events spielen eine wichtige Rolle für die Attraktivität der Innenstadt. Gleichzeitig wird sichtbar, dass das bestehende Angebot aus Sicht vieler Befragter nicht mehr ausreichend trägt. Fehlende Auswahl, ein zu kleines Angebot und eine geringe Aufenthaltsqualität zählen zu den wichtigsten Gründen gegen einen Einkauf in der Bremerhavener Innenstadt.
Die Citystudie wurde als Online-Befragung im Zeitraum vom 19. Februar bis 18. März 2025 durchgeführt. Insgesamt nahmen mehr als 1.300 Personen teil, davon 51 % mit einer Postleitzahl aus Bremerhaven. Die Auswertung umfasste 34 Fragen und erfolgte unter anderem nach Altersgruppen, Geschlecht sowie im Vergleich mit Stadtgrößenklassen aus der cima Deutschlandstudie. Methodisch folgt die Untersuchung der Customer Journey und betrachtet die Innenstadt von der Vorbereitung des Besuchs über Mobilitätsanforderungen und Sicherheitsgefühl bis hin zur Bewertung des Innenstadterlebnisses und der künftigen Bindung an den Standort.
Die Ergebnisse verdeutlichen mehrere zentrale Handlungsfelder. Besonders stark wird der Handlungsbedarf im Einzelhandel mit 30 % sowie im Bereich Stadtbild und Aufenthaltsqualität mit 29 % gesehen. Hinzu kommen Sicherheit und Sauberkeit als Grundvoraussetzungen für ein funktionierendes Innenstadterlebnis. Damit wird deutlich, dass Angebotsentwicklung, Aufenthaltsqualität und Sicherheitsgefühl gemeinsam gedacht werden müssen.
Für die strategische Innenstadtentwicklung ergibt sich daraus ein klares Arbeitsprogramm. Der vorhandene Einzelhandelsbestand muss gesichert und gestärkt, Leerstände müssen aktiv gemanagt und neue Nutzungen gezielt vorbereitet werden. Gleichzeitig braucht die Innenstadt mehr Aufenthaltsqualität – etwa durch Sitzgelegenheiten, Grün, Schatten, Spielmöglichkeiten, Ausruhorte und eine bessere Gestaltung öffentlicher Räume. Die hohe Priorisierung von Klimaanpassungsmaßnahmen wie mehr Grün in der Innenstadt, geeigneten Stadtbäumen, Verschattung und Fassaden- bzw. Dachbegrünung unterstreicht, dass Stadtbild, Mikroklima und Wohlbefinden künftig stärker zusammengedacht werden müssen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit der Innenstadtakteure. Die Citystudie benennt die Notwendigkeit einer aktiven öffentlich-privaten Verantwortungsgemeinschaft aus Innenstadtmanagement, städtischen Ämtern, Eigentümer*innen und Gewerbetreibenden. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen zur Unterstützung der Bestandsbetriebe, Flächen- und Leerstandsmanagement, Zwischennutzungen, Eigentümernetzwerke, Frequenzmessung, Baustellenmarketing sowie eine Kooperation zwischen Fußgängerzone, Columbus Shopping Center, Mein Outlet und den touristisch geprägten Lagen.
Die Citystudie Bremerhaven fungiert damit als fundierte Entscheidungs- und Kommunikationsgrundlage für Verwaltung, Politik, Wirtschaft und weitere Innenstadtakteure. Sie zeigt, wo die Innenstadt heute unter Druck steht, welche Funktionen weiterhin tragfähig sind und welche Maßnahmen notwendig sind, um die Bremerhavener Innenstadt als Einkaufs-, Aufenthalts-, Erlebnis- und Begegnungsort zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Einordnung des Projektes
Ansprechperson Martin Kremming
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