Faktenbasierte Entscheidungsgrundlagen zur Eiderbrücke (Schleswig-Holstein)

Im Auftrag der IHK Flensburg untersuchte das CIMA Institut für Regionalwirtschaft die möglichen Auswirkungen einer mehrmonatigen Vollsperrung der Eiderbrücke bei Tönning. Ziel der Studie war es, die regionalwirtschaftlichen, verkehrlichen und gesellschaftlichen Effekte einer solchen Maßnahme transparent und belastbar darzustellen.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine längere Vollsperrung weit über den unmittelbaren Verkehrsraum hinauswirken würde. Insbesondere im Tourismus könnten Ausweichreaktionen und ausbleibende spontane Reisen zu erheblichen Umsatzeinbußen führen, die in Interviews teils als sehr deutlich beschrieben wurden.

Auch verkehrlich wären die Effekte spürbar: Pro Monat summieren sich die zusätzlichen Umwege auf bis zu 1,35 Millionen Kilometer – das entspricht etwa der 3,5-fachen Distanz zwischen Erde und Mond – sowie auf rund 48.000 zusätzliche Fahrstunden, was rechnerisch 5,5 Lebensjahren entspricht.

Damit verbunden sind monatliche Mehrkosten von rund 164.000 bis 215.000 Euro, abhängig von der saisonalen Verkehrsnachfrage.

Die Studie lieferte damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weitere Diskussion. Im Rahmen der Ergebnisvorstellung wurde deutlich, dass die ursprünglich geplante mehrmonatige Vollsperrung nicht weiterverfolgt wird. Der Landesbetrieb Verkehr kündigte stattdessen an, Vollsperrungen nun auf ein Minimum zu begrenzen und – soweit technisch möglich – einspurig zu sanieren.

Das Beispiel zeigt, welchen Beitrag datenbasierte Analysen leisten können, um komplexe Infrastrukturfragen sachlich zu bewerten und praxistaugliche Lösungswege zu entwickeln, die regionale Wirtschaft, Mobilität und Daseinsvorsorge gleichermaßen berücksichtigen.

Für Rückfragen zur Studie steht Ihnen Fabian Böttcher vom CIMA Institut für Regionalwirtschaft unter boettcher@cima.de  gern zur Verfügung.

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