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Umfrage zu Adventsaktionen 2020: Wenig Weihnachtsmärkte, viele Alternativen

Umfrage zu Adventsaktionen 2020: Wenig Weihnachtsmärkte, viele Alternativen

Nahezu 80 Prozent der Weihnachtsmärkte fallen 2020 coronabedingt aus. Das zeigt eine aktuelle bundesweite Umfrage der CIMA Beratung + Management GmbH in Partnerschaft mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) und den City- und Stadtmarketingverbänden bcsd (Deutschland), AKCS (Bayern) und CMVO (Ostdeutschland) unter Vertretern aus Stadtverwaltungen, Standortinitiativen, sowie Vereinen und Handel aus über 1.130 Kommunen in ganz Deutschland.

So viel ist klar: Knapp 13 Prozent der 1.400 Befragten waren Anfang November noch unentschieden über die Durchführung ihrer Weihnachtsmärkte. Der größte Teil (78%) der Kommunen hat den Markt bereits abgesagt. Ein sehr kleiner Anteil (7%) führt den gewohnten Weihnachtsmarkt mit Veränderungen durch.

Der große Weihnachtstrubel wird also nicht stattfinden. Es braucht viele kleine Maßnahmen in den Innenstädten. Diese Mosaiksteine können zur weiteren Stabilisierung der Zentren beitragen. „Wenn Unternehmer ihren Mitarbeitern für die ausgefallene Weihnachtsfeier einen steuerfreien Stadtgutschein schenken, bringt das Kaufkraft und Kopplungskäufe,“ empfiehlt Stadtmarketingspezialistin und Studienleiterin Regina Schroeder von der cima.

Immerhin: Bei gut der Hälfte aller Befragten sind bereits Ersatzmaßnahmen geplant (53%). Um trotz Maskenpflicht und Entzerrung eine weihnachtliche Stimmung zu erzeugen, installieren die Städte dabei vor allem attraktivere Weihnachtsbeleuchtungen und führen viele begleitende Marketingaktionen, wie z.B. digitale Adventskalender oder Walking acts, durch. Viele setzen zudem auf lokale Einkaufsgutscheine, Online-Plattformen und Social Media Kampagnen zur Steigerung der Kundenbindung.

Auffallend in den Befragungsergebnissen ist, dass in Städten mit City- und Stadtmarketingorganisationen weitaus mehr Maßnahmen zur Stärkung der Innenstadt umgesetzt werden als in Kommunen ohne. „Dies macht deutlich, wie wichtig eine gut aufgestellte Innenstadt-Organisation auch für die langfristige Rettung der Innenstädte ist und mit entsprechenden Ressourcen hinterlegt werden muss“, so cima-Geschäftsführer Roland Wölfel. Nur so wird es möglich sein, die Herausforderung der Stärkung der Innenstadt-Wirtschaft und insbesondere des Handels erfolgreich anzugehen. Denn bei einer Vielzahl der neuen (digitalen) Themen sind die Akteure überfordert. Coaching und Qualifizierung sind notwendig, v.a. wenn schnell reagiert werden soll. Das von der cima in über 30 Kommunen durchgeführte „Corona Soforthilfe-Programm Bayern“ hat gezeigt, dass durch professionelles Coaching der Betroffenen eine lokalspezifisch zugeschnittene Strategie mit entsprechenden Umsetzungsprojekten sehr gut definiert werden kann. Langfristig gilt es, Innenstadtmanager zu installieren und noch mehr lokale Allianzen für Innenstädte zu etablieren, um den Strukturwandel der Innenstadt bewältigen zu können.

Insgesamt wird in den Innerstädten ein deutliches Minus im Weihnachtsgeschäft erwartet. Lockdown und fehlende Frequenz werden die Umsätze stark sinken lassen. In Anbetracht der Bedeutung der Weihnachtszeit in Hinblick auf die Gesamtumsätze vieler Innenstadtbranchen, sowie unter Berücksichtigung der ohnehin wirtschaftlich oft äußerst angeschlagenen Unternehmen, ist dies mehr als alarmierend. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth: „Weihnachtsmärkte sind ein wichtiger Faktor, um die Kunden in die Fußgängerzonen und Stadtzentren zu bringen. Wenn diese Anlässe jetzt beinahe flächendeckend wegbrechen, bedeutet das erneut einen schweren Schlag für den ohnehin schon gebeutelten Innenstadthandel“.

Es wird definitiv weniger, das Insolvenzrisiko steigt, weshalb unbedingt weitere Förderungen für den Handel erforderlich werden. Das Weihnachtsgeschäft wird wohl kein Rettungsanker für die Innerstädte im Corona-Jahr.

Ergebnisse im Detail im Download (pdf).

 Zeitraum der Onlinebefragung: 26.10. - 09.11.2020
 Studienleitung: Regina Schroeder (schroeder@cima.de), Roland Wölfel (woelfel@cima.de) 
 Durchführung mit freundlicher Unterstützung von Essert Illuminationen

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CIMA Institut für Regionalwirtschaft