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Business Improvement Districts (BID)
 
cimadirekt Ausgabe 3/06

BID - ein Modell für Deutschland
Standpunkt Mario S. Mensing, Geschäftsführer CIMA GmbH

Ich verstehe Business Improvement Districts als den Einstieg in eine neue städtische Verantwortungsgesellschaft: „Frage nicht, was die Stadt für Dich tun kann, sondern handle eigenverantwortlich für Dein Quartier!“ BIDs sind ein Instrument der Selbstorganisation von Hauseigentümern und Gewerbetreibenden - nach meinem Verständnis keine staatliche Intervention. Durch BIDs können sich die ökonomischen Kräfte in einem Quartier wirkungsvoll zusammenschließen, mit demokratischer Mehrheit das Problem der Trittbrettfahrer überwinden und sich der öffentlichen Hand, die eine hohe Planungskompetenz hat, aber kein Geld und zu komplizierte Umsetzungsverfahren, als Partner anbieten. BID bedeutet „weniger Staat“ auf kommunaler Ebene. Die Privaten können dort Verantwortung übernehmen, wo die Komplexität noch überschaubar ist und ihre persönlichen Motive wegen geringer Abstraktion am stärksten – vor der eigenen Haustür.
Das private Engagement Einzelner im Quartier gab es immer schon, sei es als Marketing-Initiative, Nachbarschaftsverein oder durch Sponsoring einzelner Verschönerungsmaßnahmen. An seine Seite tritt nun die kollektive Turboversion lokalen Engagements. Denn die Durchschlagskraft und Nachhaltigkeit vieler löblicher lokaler Initiativen litt unter Kurzatmigkeit, mangelnder finanzieller Ausstattung und der (auch) moralisch zermürbenden, destruktiven Wirkung der Trittbrettfahrer, also derjenigen, die in den Genuss der Vorteile des individuellen Engagements kamen, ohne dafür zu bezahlen. Mit BID erhalten lokale, quartiersbezogene Aufwertungsinitiativen einen über mehrere Jahre verlässlichen finanziellen und konzeptionellen Rahmen. Damit eine BID-Planung in einem Quartier bei der Abstimmung überhaupt eine Mehrheit erringen kann, müssen Ziele, Maßnahmen, Aufwand und erwarteter Nutzen glasklar definiert und sauber kommuniziert werden. Das Umsetzungskonzept muss überzeugen – Überreden funktioniert bei kühl kalkulierenden Hauseigentümern nicht. So stärkt ein BID auch die konzeptionelle Kompetenz im Quartier.
An der BID-Idee begeistert mich auch der Charakter des temporär angelegten Projektes, seien es drei, vier oder fünf Jahre. Gepaart mit einer gesicherten finanziellen Grundlage ist dies ein Zeitraum, in dem wichtige Verbesserungen im Quartier, gleich ob investiv oder marketingbasiert, erreicht werden können. Zu viele auf Dauer angelegte Marketingvereine schwächeln nach einer großartigen Startphase oder gehen sogar in dämmerhaftem Siechtum dahin, weil sich Ehrenamtliche an ihren Pöstchen und Hauptamtliche an ihrem Einkommen festklammern und beiden zusammen nichts Brauchbares mehr einfällt. Da erscheint mir das eingebaute Ende der BIDs vernünftiger. Nach einer Evaluierung steht es dem Quartier ja frei, ein neues BID auszurufen, wenn es noch begeisternde und überzeugende Ideen zur Attraktivitätssteigerung gibt.


Leistungen der CIMA in diesem Projekt


Analysephase

Konzeptionsphase

Umsetzungsphase

Sonstige Bausteine

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